Berlin Fashion Week 2026
Ausgabe Q1 – 2026
Mode von den Designern Danny Reinke, Marcel Ostertag und Panos Gotsis
Backstage, Runway und neue Erlebniskultur
Im Rahmen der Berlin Fashion Week waren wir mit unserem dreiköpfigen Medienteam für drei Tage vor Ort, um die Shows, Persönlichkeiten und die besondere Atmosphäre dieser Modewoche journalistisch zu begleiten.
Unser Auftakt begann mit „Behind the Scenes“. Hier durften wir exklusive Backstage-Einblicke gewinnen und erste Interviews mit Designer Danny Reinke führen.
Direkt hinter den Kulissen begleiteten wir Stylisten und Visagisten beim Hair- und Make-up-Prozess, blickten ihnen über die Schulter und sammelten authentische Eindrücke aus der kreativen Vorbereitungsphase einer Fashion-Week-Show.
Parallel dazu fanden mehrere Content-Formate statt. Besonders präsent war ein Team verschiedener Friseure in Kooperation mit Goldwell, das vor Ort arbeitete und aktuelle Styling-Techniken sowie Trends umsetzte.
Was besonders positiv auffiel – und sich deutlich vom internationalen Fashion-Week-Kontext unterscheidet – war der Vorbereich vor der Show. Hier präsentierten sich verschiedene Sponsoren in einer Ausstellungsfläche, begleitet von einer Party-Atmosphäre, die sowohl vor als auch nach der Show genutzt wurde. Dieser Bereich bot Raum für Austausch, Networking und ein gemeinsames Erleben jenseits des klassischen Runways.
Beauty trifft Fashion
Unter den Sponsoren war unter anderem Pantene Pro-V vertreten. Stylistin Vanessa von Pantene Pro-V beschrieb ihre Erfahrung im Interview sehr persönlich:
„Für mich ist das ein wahr gewordener Traum. Ich wollte schon immer auf der Berlin Fashion Week arbeiten und freue mich sehr, hier unseren neuen Hitzeschutz vorstellen zu können.“
Im Mittelpunkt stand dabei das neue Produkt Moisture Boost Heat & Glow Leave-in Cream von Pantene Pro-V, das als pflegender Hitzeschutz für gestylte Looks präsentiert wurde.
Im Anschluss ging es weiter mit der Show von Kilian Kerner, die ebenfalls in enger Kooperation mit der Location und den Sponsoren umgesetzt wurde. Die Inszenierung war in drei Teile gegliedert und erzählte eine zusammenhängende Geschichte über mehrere Akte hinweg.
Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht zeigte sich im Interview begeistert:
„Ich trage von Kopf bis Fuß Kilian Kerner. Das ist jetzt schon meine achte oder neunte Show – und es ist immer wieder spannend, weil man nie weiß, was als Nächstes kommt. (…) Die Berlin Fashion Week bahnt sich definitiv schon Tage vorher an, und man spürt eine neue Atmosphäre in der Stadt.“
GANGSTAAA Kollektion
Kerner präsentierte an diesem Abend seine neue Kollektion „GANGSTAAA“ – A GAME OF YOUR OWN RULES, die zwei scheinbar gegensätzliche Welten miteinander verband. Streetstyle-Elemente, inspiriert von Rap-Kultur und urbaner Ästhetik, trafen auf modern interpretierten Old-Hollywood-Glamour. Die Looks wirkten provokant und zugleich spielerisch, ohne dabei in dunkle Stereotype abzurutschen.
Kerner griff Einflüsse aus Musik und urbaner Subkultur auf, um Themen wie Individualität und Selbstermächtigung in den Mittelpunkt zu stellen. Die Kollektion zeichnete das Bild eines Charakters, der gesellschaftliche Erwartungen aufbricht, seine eigenen Maßstäbe setzt und durch Präsenz und Stil Haltung zeigt. „GANGSTAAA“ wurde so zu einer Erzählung über Identität, Zusammenhalt und den Mut, den eigenen Weg konsequent zu verfolgen.
Eröffnet wurde der Walk von GNTM-Gewinnerin 2025 Daniela Djokic. Sie beschrieb ihren Auftritt im anschließenden Interview so:
„Mein Look war definitiv mein Favorit. Das Kleid war einfach wow.“
Die Inspiration der Kollektion kam unter anderem aus dem neuen Film „Sturmhöhe“, der pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar 2026 in die deutschen Kinos kommt.
Tag zwei und drei der Berliner Fashion Week haben gezeigt, wie unterschiedlich Mode erzählt werden kann. Beide Tage waren weniger klassische Runway-Momente, sondern eher Begegnungen mit Menschen, Stimmungen und Konzepten. Genau das macht Berlin so spannend: Mode wirkt hier oft eher persönlich und näher am Publikum.

Tag zwei: Marcel Ostertag im The Westin Grand Berlin
Der zweite Tag führte uns ins The Westin Grand Berlin, wo Marcel Ostertag seine neue Kollektion in einem besonderen Setting präsentierte. Marcel Ostertag ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Berliner Fashion Week, doch diesmal entschied er sich bewusst gegen das klassische Laufstegformat. Stattdessen entstand eine Fashion Experience, die eher wie ein Abend unter Freunden wirkte, kombiniert mit einer Präsentation, einem Pop-up und einer stilvollen Cocktail-Atmosphäre.
Im Mittelpunkt stand die Kollektion „The Blue“. Die Inspiration dafür entstand aus einem Moment, den Marcel Ostertag im Urlaub erlebt hat: einem Sonnenuntergang, der ihn visuell so geprägt hat, dass daraus das gesamte Konzept der Kollektion entstand. Die Ästhetik war dabei nicht einfach nur ein Farbthema, sondern zog sich konsequent durch das gesamte Styling, die Materialien und die Designs.
Wichtig ist dabei auch: Die typischen Silhouetten, für die Marcel Ostertag bekannt ist, bleiben seiner Handschrift treu. Seine Signature ist klar geprägt von den 70er- und 80er-Jahren, Jahrzehnten, die für Selbstbewusstsein, Glamour und starke Formen stehen.
Diese Ästhetik erkennt man in jeder Kollektion wieder und auch bei „The Blue“ war sie deutlich spürbar.
Besonders spannend war die Umsetzung des Sonnenuntergangs als Printidee. Es war nicht nur ein einzelner Stoff, sondern vielmehr ein durchgängiges Konzept, das sich in verschiedenen Varianten durch die Kollektion zog. Dabei wurden unterschiedliche Zeitpunkte eines Sonnenuntergangs dargestellt: mal mehr in einem tiefen Blau, mal rötlicher, wärmer und intensiver. Genau diese wechselnden Stimmungen machten die Looks so lebendig und sorgten dafür, dass die Kollektion trotz ihrer klaren Linie abwechslungsreich wirkte.
Marcel Ostertag entwirft Mode, die nicht nur für eine Altersgruppe gedacht ist, sondern für Menschen, die sich unabhängig von Trends gut anziehen wollen.
„Meine jüngste Kundin ist 14, meine älteste ist 88.“
Begleitet wurde der Abend von Musik aus den 70ern und 80ern und einer entspannten Atmosphäre, die perfekt zu seiner Handschrift passte. Ein besonderes Highlight war auch der Ausblick auf das nächste Kapitel: Ab Oktober wird Marcel Ostertag seine Show auf der Pariser Fashion Week präsentieren.

Tag drei: Panos Gotsis RAUM
Am dritten Tag lag unser Fokus auf der Fashion-Präsentation von Panos Gotsis mit seiner Kollektion „WE“. Auch wenn die Idee einer Kollektion aus einer Person heraus entsteht, braucht es viele helfende Hände, um sie gestalten zu können, sagt Panos Gotsis im Interview.
Die Kollektion wurde nicht nur auf klassischen Mannequins vorgestellt, sondern gleichzeitig bewegten sich die Models auch im Raum und präsentierten die Looks am Körper. Dadurch konnte man Materialien, Schnitte und Details nicht nur aus der Nähe, sondern auch in direkter Bewegung betrachten.
Begleitet wurde die Präsentation im RAUM mit Musik und einer Stimme im Hintergrund, die die Kollektion erklärte. Zudem lief an der Wand ein Video über den Produktionsprozess. Durch diese verschiedenen Elemente wurden alle Sinne angesprochen.
Viele seiner Stoffe stammen aus Griechenland, aus Epirus, wo Panos Gotsis seine Wurzeln hat. Dort wurden die Stoffe mit traditionellen hölzernen Webstühlen in einer Stoffschule gefertigt. Durch diese Kollektion baut er eine Verbindung zu seiner Herkunft, zu seinem Handwerk, zu Menschen und zu seinem bisherigen Werdegang auf. Er selbst war während der gesamten Präsentation aktiv mit dabei und zeigte so, wie persönlich diese Kollektion für ihn ist.
Im Interview erzählt uns Panos Gotsis mehr über seinen Werdegang und den Hinterrund der Kollektion. Besonders interessant: Sein Weg in die Mode ist nicht klassisch, denn Panos Gotsis ist Arzt. Er hat über 16 Jahre in Berliner Krankenhäusern praktiziert.
Umso stärker spürbar ist, dass sein Herz nicht nur für Menschen schlägt, sondern auch für Kreativität und Design.
„Ich habe ein ganz starkes Bedürfnis gespürt, dem zweiten Herz, das in meiner Brust schlägt, Raum zu geben“, – Panos Gotsis.
Diese persönliche Tiefe merkt man in seiner Arbeit. „Die Vision und der Traum zählen. Man darf sich nicht im Traum verlieren, man muss machen“, rät er vor allem Menschen, die sich in einem Wandel ihrer Karriere befinden.

Weitere Einblicke in internationale Fashion-Events, Designer-Interviews und besondere Luxus-Inszenierungen finden Sie in unseren weiteren Artikeln.
